Gezielte Tempo 30-Abschnitte senken Unfallzahlen

… obwohl viele schneller fahren

Gezielt angeordnete Tempo-30-Abschnitte können die Sicherheit auf innerstädtischen Hauptverkehrsstraßen deutlich erhöhen. Obwohl sich etliche Autofahrende nicht an Tempo 30 halten, passieren an diesen Stellen weniger Unfälle als bei Tempo 50, vor allem weniger schwere Unfälle.

Dies ist eine der zentralen Erkenntnisse einer Studie der Unfallforschung der Versicherer im Gesamtverband der Versicherer (UDV). Untersucht wurden Tempo-30-Strecken zwischen großen Kreuzungen bis 750 Meter Länge, auf denen zuvor Tempo 50 galt. Erstmals konnten Forschende deren Sicherheitswirkung für ein größeres Kollektiv quantifizieren. Aussagen zu flächendeckendem Tempo 30 lassen sich nicht daraus ableiteiten.


„Im Vergleich zu vorher blieb in den untersuchten Tempo 30-Abschnitten jeder sechste Unfall mit Verunglückten aus. Die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten und Getöteten sank sogar um mehr als die Hälfte“, sagt UDV-Leiterin Kirstin Zeidler. Der Effekt zeigt sich besonders in komplexen Situationen, etwa auf mehrspurigen Straßen oder im Mischverkehr mit Straßenbahnen. Sicherheit durch Aufmerksamkeit „Dabei hielt sich nur ein Viertel an Tempo 30, die Hälfte fuhr schneller als 36 km/h, etwa jeder siebte sogar mehr als 47 km/h. Die mittlere Geschwindigkeit war kaum langsamer als vorher. „Ein 30er-Schild an einer Hauptverkehrsstraße, wo sonst Tempo 50 erlaubt ist, hat Signalwirkung – vor allem an sensiblen oder komplexen Stellen. Die Menschen fahren zwar nicht viel langsamer, aber aufmerksamer“, so Zeidler. Messbare Verkehrsverlagerungen in Nebenstraßen infolge der Tempo 30-Abschnitte gab es nicht.


Nähere Informationen zu der Studie finden Sie hier.